Ein RAID5 ist ein Verbund von drei oder mehr Festplatten.

Der Festplatten-Verbund weist besondere Eigenschaften auf, die eine einzelne Festplatte nicht hat.
Bei großen Datenmengen, die redundant gespeichert werden müssen, ist RAID0 zu riskant (weil keine Redundanz) und RAID1 zu teuer, platzraubend und meistens überdimensioniert. Das RAID 5 ist eine Weiterentwicklung von RAID3 und RAID4. Wie bei RAID0 werden die Daten in Blöcke bzw. Stripes aufgeteilt und über alle Festplatten verteilt. Gleichzeitig wird eine Parität zwischen zwei Blöcken gebildet, die für Redundanz sorgen sollen

Das RAID5 ist eine gute Kombination aus Datensicherheit und Speicherausnutzung. Bei 5 Festplatten beträgt die Speicherkapazität 80% von der Gesamtkapazität aller Festplatten.

Bei drei Festplatten wird ein Datenblock von 128 kByte in zwei Datenblöcke von 64 kByte geteilt. Aus den beiden Datenblöcken wird die Paritätsinformation gebildet, die einem dritten Block von 64 kByte entspricht. Die Parität ist das Ergebnis einer Exklusiv-Oder-Verknüpfung (XOR) der Datenblöcke eines Sektors. Die Parität wird gleichmäßig auf alle Festplatten zwischen den Datenblöcken verteilt (Rotating Parity). Hier zeigt sich der Hauptnachteil von RAID5, die Notwendigkeit bei jedem Schreibzugriff den Paritäts-Sektor auszulesen, neu zu berechnen und wieder zu speichern. Daraus ergibt sich eine langsame Schreibgeschwindigkeit im Vergleich zu anderen RAID-Levels. Der zweite, weniger schwerwiegende Nachteil ist der Kapazitätsverlust durch die Speicherung der Paritätsinformationen.
Wenn eine Festplatte ausfällt, dann werden die fehlenden Datenblöcke aus den Paritätsblöcken vom Controller während der Laufzeit rekonstruiert. Wird die defekte Festplatte ausgetauscht, dann errechnet der Controller die fehlenden Daten aus der Parität und beschreibt damit die neue Festplatte. Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern. Zusätzliche Schreib- und Lesezugriffe können die Rekonstruktion verlangsamen. Fällt im RAID5 eine Festplatte aus, so sind die Daten in höchstem Maße gefährdet. Denn fällt noch eine Festplatte aus, so sind die Daten endgültig verloren. Ein RAID5 verkraftet den Ausfall einer zweiten Festplatte nicht.

Wegen der geringeren Schreibgeschwindigkeit eignet sich RAID 5 am ehesten für großen Datenmengen mit kleinen Dateien. Mit nur drei Festplatten kann man sich sehr effizient gegen Ausfall einer Festplatte schützen. Mit dem Einsatz von mehr Festplatten lässt sich der nutzbare Anteil der Speicherkapazität gegenüber der Parität erhöhen.